In der aktuellen LUV und LEE geben in einem Special Experten für Tipps und Vitalität. Eine Expertin der Krankenversicherung AOK verrät im Gespräch mit LUV&LEE, wie wir an jedem Tag etwas für unsere Gesundheit unternehmen können.

Unsere Abwehrkräfte sind ständig im Einsatz und schützen uns vor Bakterien und Viren. Mit Beginn der Erkältungszeit sind sie im Winter besonders gefordert. Gerade in der Corona-Pandemie ist ein gut funktionierendes Immunsystem wichtig. Kein Zweifel: Was wir essen und trinken, beeinflusst die Abwehrkräfte unseres Körpers. Ein einzelnes Lebensmittel oder eine gesunde Ernährung insgesamt kann zwar nicht eine Infektion mit dem Coronavirus verhindern, aber mit dafür sorgen, dass unser Körper sich in einer starken Ausgangsposition befindet und für eine mögliche Infektion entsprechend gewappnet ist. LUV &LEE hat mit Theda Nannen, Ernährungsberaterin bei der Krankenkasse AOK, über die Auswirkungen der Pandemie auf unseren Körper gesprochen.

Beratung Schritt für Schritt zum Problem

Theda Nannen ist Ökotrophologin und arbeitet seit 1989 bei der AOK. Die gelernte Hauswirtschaftsleiterin ist Teil eines Ernährungsteams im Fachbereich „Prävention“ des Krankenversicherers. Fünf MitarbeiterInnen sind im Bereich der Ernährungsprävention beschäftigt. Sie alle geben Hilfestellung bei Familien, Kindern und Erwachsenen, wenn es um die Ernährung geht. Das macht Theda Nannen auch normalerweise im persönlichen Gespräch, aber ihr Berufsalltag hat sich in Zeiten der Corona- Pandemie geändert. „Jetzt berate ich unsere Mitglieder telefonisch. Im ersten Schritt bestimmen wir, worum es genau geht, ob bereits eine Diagnostik vorliegt. Im Anschluss führen meine Patienten dann meist ein Befindlichkeitstagebuch, in dem sie genau aufschreiben, was sie wann essen, ob sie Sport gemacht haben, oder Ähnliches. Danach gehen wir gemeinsam in die Analyse und dann arbeiten wir uns Schritt für Schritt an das Problem heran. Das kann dann auch mehrere Telefonate in Anspruch nehmen. Die meisten kommen erst zu mir, wenn die Probleme bereits bestehen und wir eine akute Symptomatik vorliegen haben.“

Neben Ernährung ist das Thema „Bewegung“ aber genauso wichtig für das Wohlbefinden. „Leider sind wir im Winter viel zu träge und gerade jetzt sollten wir uns regelmäßig an der frischen Luft bewegen. Regelmäßige Bewegung regt die Produktion wichtiger Immunzellen und Botenstoffe an. Eine halbe Stunde täglich ist ein guter Anfang. Wer beim Laufen gerade noch sprechen kann und leicht ins Schwitzen gerät, hat genau das richtige Tempo“, berichtet die Expertin.

Stopps einlegen im Homeoffice

Der Trend gehe bedauerlicherweise dahin, immer weniger auf uns und unseren Körper zu hören, beobachtet Nannen. Der tägliche Stress werde fast schon als normal empfunden. „Wir reflektieren wenig, was wir ändern können. Gerade in einer Homeoffice-Situation müssen wir Stopps einlegen, Mittagspausen genießen oder einfach nur kurz vor die Tür gehen. Gut kann es schon sein, mit Dingen anzufangen, bei denen wir ein gutes Gefühl haben und die zu uns passen. Ein Weg setzt sich aus vielen Schritten zusammen und das Thema Achtsamkeit sollte im Alltag demnach nicht zu kurz kommen.“

Ob Gemüse das neue Fleisch ist, wird in den Medien schon lange viel diskutiert; denn nachweislich hängen viele Krankheitsbilder wie Diabetes und Krebs mit unserer Ernährung zusammen. „Oft erreichen wir viel damit, wenn wir unsere Mengenkomponenten verschieben. Es muss kein kompletter Verzicht sein, aber Fleisch anstelle von Gemüse als Beilage zu nehmen, wäre ein Anfang – auch für die Generation 70 plus, “ erklärt Nannen. „Der Durchschnittskonsum von Fleisch liegt bei 60 Kilogramm pro Person im Jahr. Das ist zu viel.“

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Industrielle Lebensmittel sind wesentlicher Nachteil bei Essgewohnheiten

Als einen wesentlichen Nachteil bei den Essgewohnheiten der Menschen bezeichnet Nannen den immer höheren Stellenwert industrieller Lebensmittel. „Unser Körper kennt keine Fertigprodukte und wehrt sich zum Teil dagegen. Eine Ursache ist, neben vielen anderen Komponenten, eine defekte Darmschleimhaut. Eine Faustregel kann sein, dass ein qualitativ hochwertiges Produkt nicht mehr als fünf Zutaten enthalten darf. Leider bedienen unsere Supermärkte mittlerweile unsere Bequemlichkeit und bieten entsprechend viele Produkte für die schnelle, aber leider oftmals ungesunde Küche.“

Wenn es um das allgemeine Wohlbefinden in dieser herausfordernden Zeit geht, spielt aber auch der Schlaf eine wichtige Rolle.  Schlechter Schlaf bedeutet ein höheres Stressniveau für unseren Körper. Um dem entgegenzuwirken, können Regelmäßigkeiten, ein bestimmter Rhythmus, eine Temperatur von 18 Grad, die Abschaffung von Störfaktoren- wie z.B. der Fernseher im Schlafzimmer- eine große Rolle spielen. „Wenn mir bewusst wird, dass das Schlafzimmer meine Ruhezone ist, wird mein Unterbewusstsein bei dem Gedanken bereits viel ruhiger.“

Theda Nannen appelliert: „Es gibt viele Gründe, die uns davon abhalten, bewusst und gesund mit uns und unserem Körper umzugehen, aber es lohnt sich. Das wird besonders in Stresssituationen in unserem Alltag deutlich.“

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