Hotelier: „Der Urlaub auf der Insel hat weiterhin Zukunft“

Für das Inselspecial “Langeoog” in der aktuellen LUV&LEE berichtet ein Inselhotelier über sein Geschäft und zurückliegende Herausforderungen. 

Tom Kempkes-Solbach (links) und Markus Solbach haben zu Beginn der Corona-Pandemie mutig investiert. Foto: Atelier de Vincent
Tom Kempkes-Solbach (links) und Markus Solbach haben zu Beginn der Corona-Pandemie mutig investiert. Foto: Atelier de Vincent

Hinter der Tourismus- und Gastronomiebranche liegen wegen der Corona-Pandemie schwere Jahre. Der aktuelle Krieg in der Ukraine und die steigenden Kosten sorgen bei einigen Unternehmern aus den Branchen nun wieder für Unruhe. Auf Langeoog haben zwei Unternehmer unmittelbar zu Beginn der Corona-Pandemie mutig investiert und tun es auch weiterhin. LUV&LEE hat mit Hotelier Markus Solbach über das aktuelle Auf und Ab im Geschäft mit dem Urlaub gesprochen.

2018 haben Markus Solbach und sein Mann Tom Kempkes-Solbach das 1901 erbaute Traditionshaus mitten im Dorfkern von Langeoog gekauft. „2020 vor dem ersten Lockdown, als wir daran noch gar nicht dachten, pumpten wir das Ersparte in die Renovierung. Dann kam Corona und alles wurde geschlossen. Der erste Lockdown war darum besonders hart“, erinnert sich der gelernte Koch und Betriebswirt. Die Folge: Ein zur Unternehmensgruppe des Paares gehörender Betrieb in Großefehn musste geschlossen und 18 Mitarbeitern „schweren Herzens“ gekündigt werden.

Solbach konnte sich in der schwierigen Zeit ohne Gäste dennoch auf ein gutes Team auf der Insel verlassen. „Wir haben dann kurzerhand in Eigenregie renoviert. Eine Auszubildende hat zum Beispiel das komplette Treppenhaus gestrichen“, erinnert er sich. Beim LUV&LEE-Besuch auf Langeoog waren die 17 Zimmer aus fünf verschiedenen Kategorien gut gebucht, er habe Anfang des Jahres die Sorge bekommen, „dass wir die Leute sprichwörtlich nicht satt bekommen“, so Solbach. Jetzt drücke der Geldbeutel bei den Gästen angesichts überall explodierender Kosten. „Somit stochern wohl alle in der Gastronomie und Hotellerie aktuell im Nebel. Niemand weiß, was auf uns zukommt.“

Urige Hafenkneipe im eigenen Stil geschaffen

Und das, obwohl Solbach neben seinem Hotel „Dünenläufer“ auch mit dem Restaurant „Kombüse 31“ und der Kneipe „Tom´s Bar“ stylische Anlaufpunkte für Urlauber auf der Insel anbietet. Vor allem „Tom´s Bar“ bringt Großstadtflair auf die beschauliche Insel.  „Wir haben bei allen Läden unseren eigenen Geschmack mit eingebracht. Die ,Kombüse‘ ist in einem ganz eigenen Stil eingerichtet, die Bar unter dem Hotel, ,Tom`s Bar´, haben wir kernsaniert und hier eine urige Hafenkneipe geschaffen“, erläutert Solbach. Das kommt an und so hat die Bar, die früher als „Lili Marleen“ auf Langeoog auch eine bekannte Adresse war, nun auch im neuen Gewand eine starke Stammkundschaft.

Der Gastgeber geht davon aus, dass der Urlaub in Ostfriesland weiterhin gefragt sein wird. Darum hat er zusätzlich auf dem Festland, in Carolinensiel, weiter investiert und dort ebenfalls ein Hotel „Dünenläufer“ eröffnet. „Das gibt uns auch Flexibilität, wir können so sehr gut mit den verschiedenen Standorten spielen. Natürlich sind die Zeiten nicht einfach, aber ich glaube, dass wir in unserer Region mit einem guten Angebot, einem vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis und guten Produkten unseren Vorteil, in dieser begehrten Urlaubsregion zu leben, auch weiterhin gut ausspielen können“, findet der 39-Jährige.

Dafür sorgt bei dem homosexuellen Paar auch das Siegel „gay-friendly“. „Wir sprechen damit beispielsweise für unser Haus in Carolinensiel regelmäßig homosexuelle Gäste an und bieten ein ,schwules Wochenende‘ in Ostfriesland. Das kommt sehr gut an und zieht Gäste aus ganz Deutschland in die Region. Bei der nächsten Auflage reicht beispielsweise unser ,Dünenläufer‘ schon gar nicht mehr aus und wir bieten Zimmer von Mitbewerbern zusätzlich an“, erklärt Solbach.

Viel Arbeit liegt hinter dem Hotelier-Paar und viel Arbeit liegt Saison für Saison vor den beiden. Dennoch: „Wir haben den Schritt in dieses Business nie bereut und lieben das, was wir tun. Die erfolgreich gemeisterten Herausforderungen durch Corona haben uns eigentlich gezeigt, dass der Urlaub auf der Insel beziehungsweise in Ostfriesland auch weiterhin eine Zukunft hat.“

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