Wie Corona Planungen zunichte macht

LUV&LEE ist seit zwei Jahren im Nordwesten ein Magazin, das Ihnen alle zwei Monate gerne Tipps für Ihre Freizeit gibt. Viele Themen stehen in direktem Zusammenhang mit dem Tourismus in der Region, bei vielen Geschichten stehen Gastronomen aus der Region im Mittelpunkt.

Richtig ist natürlich, dass alle Branchen der Wirtschaft unter der Corona-Krise leiden. Der Nordwesten ist jedoch eine der Top-Tourismusregionen in Deutschland und so ächzen derzeit vor allem Betriebe aus dem Tourismus und der Gastronomie unter der Last, die das Coronavirus wirtschaftlich allen aufbürdet.

Es ist mitnichten so, dass die Realisierung der aktuellen Ausgabe ein Selbstläufer war. Unser Anzeigengeschäft brach mit Beginn der Krise nahezu komplett ein und auch vorher festgelegte Themen mussten angepasst werden. Wir haben bei der Recherche für die Themen von vielen Gastronomen und Touristikern hautnah erfahren, wie brutal die Einbußen durch Corona ihr Geschäft verändern und gefährden. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen, unseren Lesern, eindringlich ans Herz legen, vor der Haustür beziehungsweise in der direkten Region zu konsumieren. Nutzen Sie den lokalen Einzelhandel, gehen Sie in Restaurants und vor allem: Stornieren Sie Kurzurlaube und verlängerte Wochenenden an der Küste und auf den Inseln und auch den geplanten Sommerurlaub nicht vorschnell, sondern verschieben Sie ihn!

300.000 Jobs in Niedersachsen vom Tourismus abhängig

Allein in Niedersachsen hängen 300.000 Jobs vom Tourismus ab. Ohne Perspektiven für die Zeit nach Corona sind diese Arbeitsplätze und damit Existenzen auch in unserer Region in großer Gefahr. Viele Orte leben vom Tourismus und damit auch der lokale Einzelhandel. Wenn wir nun vor der Haustür nicht mithelfen, Geschäftsleute mit unseren Möglichkeiten zu unterstützen, stattdessen bei Amazon & Co. bestellen, laufen wir Gefahr, dass eine große Vielfalt in unserer Region verloren geht.

Werbung
KW Labeling

Eine Initiative des Deutschen Reiseverbandes hat schon zu Beginn der Corona-Pandemie eindringlich dazu aufgerufen, dass Menschen ihre Urlaube verschieben sollten, statt sie zu stornieren. Diese Devise gibt auch die Fährreederei AG Ems aus, die unter anderem für den Schiffsverkehr zwischen Emden und Borkum verantwortlich ist.

Eine Initiative des Deutschen Reiseverbandes mit einer Botschaft, die LUV&LEE nur unterstützen kann. Grafik: DRV
Eine Initiative des Deutschen Reiseverbandes mit einer Botschaft, die LUV&LEE nur unterstützen kann. Grafik: DRV

Wie Corina Habben, Sprecherin der AG Ems, erläutert, wurde zuletzt nur noch mit nur einem Schiff die Inselversorgung von Borkum aufrechterhalten. „Wir fahren zweimal hin und her“, sagt Habben. An Bord der „Ostfriesland“ sind dann Lebensmittel, Drogerie- und Hygieneartikel und Materialien für die Baustellen auf Borkum. „Insgesamt haben wir durch Corona aber rund 90 Prozent Verlust.“ Wie viele Unternehmen befindet sich auch die AG Ems in Kurzarbeit. Mit der erlaubten Rückkehr von Zweitwohnsitzinhabern und Dauercampern werde man auch die Wochenendabfahrten wieder einführen und vermutlich ab Ende Mai, wenn wieder eine generelle Vermietung von Ferienwohnungen und Ferienhäusern möglich sei, auch wieder ab Emden abfahren, so Habben.

Entgangenes Geschäft nicht aufholbar

„Auch wenn wir dafür appellieren, die Reise auf die Insel nicht abzusagen, sondern nur aufzuschieben, wissen wir jetzt schon, dass wir das Geschäft, das uns schon entgangen ist, in dieser Saison nicht mehr aufholen können“, sagt Habben. Nach der ersten Lockerung der Einschränkungen habe das Callcenter der AG Ems eine wahre Flut an Anrufen bewältigen müssen. Für Herbst rechnen die Borkumer mit einem wahren Besucheransturm.

Ein Bild, das es im Moment so nicht gibt: Urlaubsatmosphäre am Strand von Borkum. CA-Foto
Ein Bild, das es im Moment so nicht gibt: Urlaubsatmosphäre am Strand von Borkum. CA-Foto

Nachdem die AG Ems den Fährverkehr für Touristen zwischenzeitlich komplett einstellen musste, betont Reedereisprecherin Corina Habben: „Wir können den Betrieb nicht von 0 auf 100 wieder hochfahren.“ Sie hofft gemeinsam mit unzähligen Touristikern, Hoteliers und Gastronomen – und auch mit dem LUV&LEE-Team-, dass in diesem Jahr noch ein bisschen Schwung in die Saison 2020 kommt. Fest steht aber schon jetzt: Die Last der Corona-Krise werden alle noch lange spüren. Wir können aber alle mithelfen, sie erträglicher zu machen!

Gefällt Ihnen LUV&LEE? Dann LIKEN Sie uns auch auf Facebook!

Header-Foto: shutterstock.com