Wie sich Post-Zusteller in Ostfriesland auf das Weihnachtsfest einstellen

Weihnachten, das Fest der Liebe– und auch der Geschenke, die immer häufiger vor dem Weihnachtsabend im Internet bestellt werden. Das Bangen, ob die Päckchen für die Liebsten denn rechtzeitig ankommen, ist manchmal groß. Dafür sorgen die Männer und Frauen bei der Post, haben wir für die aktuelle LUV&LEE erfahren.

Laut einer aktuellen Konzernmitteilung rechnet die DHL Group mit mehr als elf Millionen Paketsendungen an den stärksten Tagen zu Weihnachten. Zum Vergleich: An durchschnittlichen Werktagen im Jahr befördert DHL nach eigenen Angaben etwa 6,2 Millionen Pakete.

Um die deutlich höheren Paketmengen in der Vorweihnachtszeit zu bearbeiten, wird das Post- und Paket-Team der Deutschen Post aus rund 116.500 Zustellern und 40.000 Mitarbeitern in den Sortierzentren von insgesamt etwa 10.000 Aushilfskräften unterstützt. So auch am Zustellstützpunkt in Aurich. Von hier aus werden 197 Quadratkilometer mit mehr als 23.000 Haushalten, darunter auch die Inseln Borkum, Juist, Norderney und Baltrum, mit Briefen und Paketen versorgt. Aurich ist nach Emden der zweigrößte Zustellbezirk in Ostfriesland.

Blick in die Halle des Post-Zustellstützpunktes Aurich. CA-Foto
Blick in die Halle des Post-Zustellstützpunktes Aurich. CA-Foto

450 Mitarbeiter im Zustellstützpunkt Aurich

Franz Ziegler ist in Aurich der Personalplaner, kümmert sich um 450 Mitarbeiter des Zustellstützpunktes und bereitet sich ebenfalls auf den, wie es im „Post-Jargon“ heißt, „Starkverkehr“ vor Weihnachten vor. Die Zusteller packen Morgen für Morgen ihre Briefe und Pakete und beladen selbst ihre Fahrzeuge. „Hier im ländlichen Raum haben wir viele Einzelhäuser zu versorgen, das ist noch einmal etwas anderes, als wenn in den Ballungszentren mehrere Mehrfamilienhäuser bearbeitet werden“, sagt Ziegler. Die Arbeit sei körperlich anspruchsvoll und auch zeitintensiv.

Die einzelnen Bezirke pro Zusteller sind so geschnitten, dass es mit eingerechnetem Verkehrsaufkommen in Relation zu den Adressen und Objekten im Bezirk normalerweise möglich ist, die Sendungen in einer Schicht zuzustellen. „Hin und wieder kommt es aber auch vor, dass das nicht an einem Tag passiert, dann müssen diese Sendungen am Folgetag wieder mitgenommen werden“, erklärt Ziegler.

Durch die Arbeitszeitenregelungen der Deutschen Post müssen die Zusteller ihre Arbeit innerhalb einer 38,5 Stunden-Woche erfüllen. Damit genau das auch in der Zeit vor Weihnachten mit deutlich mehr Paketen klappt, greift die Post auf zusätzliches Personal zurück. Christian Schmitt ist Betriebsleiter im Zustellstützpunkt Aurich. Der 36-Jährige ist ein „Eigengewächs“ der Post, hat einst seine Ausbildung zur Fachkraft für Express- und Postdienstleistungen absolviert und sich im Laufe der Jahre im Unternehmen entwickelt. „Durch Corona hatten wir eine sehr starke Nachfrage nach Jobs; denn Arbeit war und ist immer da und wir garantieren eine sichere Bezahlung. So kommen wir auch jetzt in der Weihnachtszeit sehr gut durch diesen Starkverkehr.“ Neben Aushilfen, die sich online über das Stellenportal der Post bewerben können, stellen aber auch Schmitt und andere Führungskräfte selber Päckchen zu.

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Post-Entscheider helfen mit bei der Zustellung

„Wir helfen alle mit, wenn das Aufkommen von Sendungen wie jetzt zu Weihnachten groß ist. Ich mag das auch weiterhin sehr gerne und außerdem versteht dann auch jeder Entscheider, was die Kollegen bei der Zustellung in ihren sechs bis sieben Stunden auf der Straße erleben“, sagt Schmitt.

An diesem Morgen Anfang November stapeln sich unzählige Pakete und Päckchen, großenteils mit den bekannten Logos von Internetversandhäusern, auf den vielen Rollwagen in der Halle am Wallster Weg in Aurich. Sie kommen vom übergeordneten Postverteilzentrum in Bremen. Zu jedem Rollwagen gehört ein Zustellbezirk; die Postbeschäftigten, die mit ihren gelben Transportern hinaus in die Region fahren, scannen die Ware und packen dann selbstständig ihre Fahrzeuge. Jeder Zusteller hat sein eigenes System. Sortiert wird meist nach Wohngebieten und dann nach Häusern. „Das hat immer ein bisschen mit Tetris zu tun“, ruft uns ein Postbote zu, als wir das Treiben im Hof beobachten.

Christina Rippena arbeitet seit neun Jahren für die Post. CA-Foto
Christina Rippena arbeitet seit neun Jahren für die Post. CA-Foto

An ihrem gelben Post-Bulli steht auch Christina Rippena. Die Auricherin arbeitet seit neun Jahren für die Post und weiß dementsprechend, was zum Weihnachtsfest auf sie zukommt. Die junge Frau geht aber gelassen damit um. „Ich bestelle selber auch viel im Internet und kann natürlich genau nachvollziehen, wie nervös der eine oder andere dann wird, wenn das Paket noch nicht da ist. Im Großen und Ganzen ist es aber hier bei uns in Ostfriesland doch recht entspannt und wir können das alles gut bewältigen“, sagt Rippena.

Stressresitenz im Post-Job profitabel für weiteres berufliches Leben

Ein noch recht neuer Kollege von Christina Rippena ist Jannik Stöter. Der 19-Jährige ist erst seit einem Monat Teil der Post-Truppe und hat dementsprechend jetzt seine erste Vorweihnachtszeit als Postzusteller vor sich. Ein Jahr möchte er den Job machen und dann ein Studium beginnen. Das tägliche Vorbereiten der Sendungen für die Zustellung ist für Stöter zwar schon zur Routine geworden, aber „man lässt sich dadurch auch sehr schnell stark stressen“. Er habe Respekt vor der Vorweihnachtszeit, lasse aber alles auf sich zukommen. „Als Team schaffen wir das schon irgendwie“, glaubt Stöter.

In seiner ersten Vorweihnachtszeit als Post-Bediensteter: Der 19-Jährige Jannik Stöter. CA-Foto
In seiner ersten Vorweihnachtszeit als Post-Bediensteter: Der 19-Jährige Jannik Stöter. CA-Foto

Der junge Auricher hat großen Gefallen an der Arbeit für die Post gefunden, hat seit einigen Wochen vollkommene Verantwortung für seinen eigenen Zustellbezirk und geht davon aus, dass er  die gewonnene Stressresistenz im Post-Job auch für sein weiteres berufliches Leben profitieren kann.

Die Halle des Zustellstützpunktes Aurich hat sich am späten Vormittag deutlich geleert. Die letzten Zusteller packen draußen ihre Fahrzeuge. Noch wenige Wochen, dann geht er los, der „Starkverkehr“ zum Weihnachtsfest. Hier im Zustellstützpunkt sind die Männer und Frauen in ihrer gelben Postkluft vorbereitet. Dass der Onlinehandel in den vergangenen Jahren so stark zugenommen hat, führt hier in Aurich, wie auch im gesamten Bundesgebiet zu deutlicher Mehrarbeit zum Weihnachtsfest, aber für das Unternehmen liege genau hier das Geschäft, sagt Post-Sprecherin Maike Wintjen im Gespräch mit LUV&LEE. „Gleichwohl will niemand bei uns leere Innenstädte, denn wir sind ja auch Logistiker und Dienstleister für den Handel“, betont die Sprecherin.

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